Body Count: Born Dead

BODY COUNT: Born Dead

Der amerikanische Rapper Ice-T war 1992 mit seinem Projekt Body Count einer der ersten schwarzen Musiker, der erfolgreich die Phalanx der von weißen Musikern dominierten Rockmusik einbrechen konnte. Dabei profitierten Body Count nicht nur von der Popularität ihres über Genregrenzen bekannten Sängers. In Zeiten der grassierenden Crossover-Welle waren die Musiker aus Los Angeles mit ihrem Hybriden aus Heavy Metal und Rap auch einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Songtitel wie „Cop Killer“ oder „KKK Bitch“ sorgten in den Vereinigten Staaten für heftige Diskussionen. Die amerikanische Zensur schlug gnadenlos zu, George Bush sen. erklärte Ice-T öffentlich zum Staatsfeind, und das Interesse an Body Count nahm ungeahnte Dimensionen an.
1994 holten Body Count dann zum zweiten Schlag aus und veröffentlichten ihr Album „Born Dead“. Musikalisch hatte sich bei den Leichenzählern im Bezug auf ihr Debütalbum nicht viel verändert. Body Count waren immer noch 'in the House' und bereit, dem weißen Establishment in den Allerwertesten zu treten. Das machte bereits die Polizeisirene am Anfang des Albums für jedermann deutlich.
Und so protzen, pöbeln und posen sich Body Count durch ihr Album - klagen an, rühren auf, rütteln wach. Und haben mit Stücken wie „Body M/F Count“, „Necessary Evil“ oder dem Titelstück „Born Dead“ wieder eine Menge potenzieller Aufreger an Bord. Mit der überragenden Coverversion des alten Jimi Hendrix-Klassikers „Hey Joe“ haben sich Body Count dann noch einem Titel angenommen, den man vielleicht nicht unbedingt auf einem Ice-T-Album erwartet hätte.
Natürlich waren Body Count mit ihrem Habitus auch in den 90er Jahren nie konsensfähig. Dafür polarisierte die Band einfach zu sehr. Wen es aber nicht stört, dass Ice-T und seine Spießgesellen hier permanent auf dicke Hose machen und die Provokation als ihr Stilmittel benutzen, kann auch zehn Jahre nach Erscheinen des Albums an „Born Dead“ seine Freude haben.

Body Count:
 
Ice-T: Gesang
Ernie-C: Gitarren
Mooseman: Bass
D-Roc: Gitarren
Beatmaster "V": Schlagzeug

Label: Virgin Records America
Katalog-Nummer: 8 39802 2

Geschrieben im August 2004

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