Bronski Beat: Truthdare Doubledare

BRONSKI BEAT: Truthdare Doubledare

Bronski Beat hatten ihre ganz großen Erfolge Anfang der 80er Jahre. Mit Songs wie „Smalltown Boy“ oder „Why“ hatte die Band Riesenhits und Bronski Beat waren schwer angesagt. Was die Musik von Bronski Beat aber so einmalig machte, war natürlich die unverwechselbare Stimme von Sänger Jimmy Somerville. Als dieser die Band verlies, um sich mit den Communards und später als Solokünstler musikalisch weiter zu entwickeln, bedeutete dies bereits den Anfang vom Ende von Bronski Beat.
1985 präsentierten Steve Bronski und Larry Steinbachek mit John Jon einen neuen Sänger und veröffentlichten mit ihm das Album „Truthdare Doubledare“. Natürlich klingt das Album anders als alles, was man bisher von Bronski Beat gehört hatte, denn der neue Sänger John Jon hat mit Jimmy Somerville überhaupt nichts gemein, und so musiziert hier quasi eine neue Band.
Leider lies mit dem Sängerwechsel auch das Interesse des Publikums an Bronski Beat immer mehr nach. So waren die beiden aus „Truthdare Doubledare“ ausgekoppelten Singles „Hit that perfect Beat“ und „C’mon! C’mon!“ auch nur mäßig erfolgreich. Trotzdem ist „Truthdare Doubledare“ ein gutes Album, das deutlich zeigt, dass auch Bronski Beat nach Somervilles Ausstieg nicht stagniert haben. Die Band hat ihrerseits den Weg der musikalischen Weiterentwicklung und Erneuerung gewählt. Ihre Musik ist tanzbarer geworden und mit Songs wie dem etwas an Depeche Mode erinnernden „Punishment for Love“, dem wunderschönen „We know how it feels“ oder dem coolen „This Heart“ hatten Bronski Beat auch auf diesem Album eine Menge Stücke mit Hitpotenzial an Bord.
Das „Truthdare Doubledare“ bei all seinen Qualitäten so wenig erfogreich war, liegt mit Sicherheit auch an der völlig uncharismatischen Stimme von Sänger John Jon. Natürlich war es richtig, nach Jimmy Somervilles Ausstieg aus der Band einen Sänger mit einer vollkommen anderen Stimmlage zu verpflichten. Niemandem wäre geholfen, wenn der neue Sänger auch nur entfernt nach Jimmy Somerville geklungen hätte. Aber John Jon ist kein guter Sänger. Seine Stimme klingt beliebig und hat wenig Wiedererkennungswert.
Sei's drum. Unterm Strich bleibt ein hörenswertes Pop-Album aus den 80er Jahren mit wirklich guten Songs, das bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat.

Bronski Beat:
 
Steve Bronski: Synthesizers / Gitarren
Larry Steinbachek: Keyboards / Percussion / Schlagzeug
John Jon: Gesang

Label: Metronome Musik
Katalog-Nummer: 828 010-2

Geschrieben im April 2004

 A | B | C | D   E | F | G | H   I | J | K | L   M | N | O | P   Q | R | S | T   U | V | W | X   Y | Z 
Dick Brave and the Backbeats: Dick This! | Seitenanfang | Index | Jack Bruce: Shadows in the Air >

^