Chris Norman: Handmade

Chris Norman: Handmade

Ich muss gestehen, dass ich immer ein gespanntes Verhältnis zu Chris Normans Solowerken hatte - und das liegt nicht an seiner Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen in den 80er Jahren. Werke wie „Reflections“ klangen mir zu zerrissen und „Full Circle“ konnte 1999 den alten Smokie-Hits nur selten neue Facetten hinzufügen und ist somit wohl nur hartgesottenen Alleskäufern zu empfehlen.
Mit dem Album „Handmade“ hat Chris Norman 2003 aber sicherlich das reifste und ambitioniertestes Werk seiner Solokarriere aufgenommen. Hier wird munter drauflosgerockt und der Balladenanteil hält sich in überschaubaren Grenzen. „Handmade“ besteht etwa zur Hälfte aus Chris-Norman-Songs und zur Hälfte aus Fremdkompositionen. Erfreulicherweise lässt Chris Norman auf diesem Album den alten Smokie-Sound mal ganz tief in der Mottenkiste und orientiet sich eher an den Beatles oder Crowded House als an seiner ehemaligen Band.
„Down Louisiana“ klingt nach Südstaatenrock und „It’s Crazy“ oder „It’s alright“ hätten auch auf einem Tom-Petty-Album eine gute Figur gemacht. Ein Stück wie „Let’s do it“ ist für Chris-Norman-Verhältnisse purer Hardrock, im Mittelteil hört man den ehemaligen Smokie-Sänger sogar 'rappen'(!). Interessant nimmt sich auch Chris Normans Version von „Angel of Berlin“ aus. Den Hit landete Martin Kesici und es wird deutlich, wie stark sich der junge Star-Search-Sieger am Altmeister orientiert hat.
„Handmade“ ist ein ungemein offensives und modernes Album das zumindest ich Chris Norman so nicht mehr zugetraut hätte.

Label: Sanctuary
Katalog-Nummer: SANCD229X

Geschrieben im Dezember 2003

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