Dimple Minds: Durstige Männer

Dimple Minds: Durstige Männer

Die Bremer Band Dimple Minds gehört zu den beständigsten deutschen Rockbands härterer Gangart. Bereits 1988 erschienen mit „Blau auf’m Bau“ und „Trinker an die Macht“ die ersten beiden Veröffentlichungen der trinkfreudigen Sangesbrüder. 1990 erschien dann mit „Durstige Männer“ das bis heute beste und auch erfolgreichste Album der Dimple Minds, mit dem sich die Band sogar unversehens in den deutschen Verkaufshitparaden wiederfand.
Zu hören gibt es hier ein Sammelsurium prolliger Trinklieder mit Mitgröhlfaktor und gutklassigen Funpunk der derberen Sorte. Gleich im ersten Stück legen sich die Dimple Minds auf die Marschrichtung für ihr Album fest: Wir sind „Asozial“. Und auch bei „Hals über Kopf“ geben sich die Jungs bewusst prollig und beschwören die Proletenliebe am Baggersee. Das folgende „Gangster in Grün“ hätte man sich dann getrost sparen können, passt es doch textlich schlecht zum Rest des Albums. In „Verbotene Früchte“ geht es um geile Lehrer, „Teenage Rebell“ spricht für sich.
Mit dem nachfolgenden Titelstück „Durstige Männer“ haben die fünf Vorzeigeprolls aus der kleinen Hansestadt dann den Höhepunkt der Platte erreicht. Was für ein Text, was für ein Refrain. Das ist Männermusik! „Erkannt, erwischt, entmündig“ rockt und ist purer Kellerpunk. Und was für Die Ärzte ihre „Fette Elke“ ist, ist den Dimple Minds ihre fette Wurstverkäuferin mit ihren „Hundert Kilo Fleisch“.
„Wehr-Wolf“ ist dann noch mal ein harter Riffrocker mit einem Text fürs linke Gesinnungspublikum. Und auch beim letzten Stück „Meister Propper“ wird noch einmal die rechte linke Gesinnung in den Vordergrund gestellt. Da scheint es fast so, als verließe die Band zum Ende des Albums der Mut, ihr Ding konsequent durchzuziehen. Gott sei Dank verstehen es aber die Dimple Minds bei „Emergency“ doch noch einmal so richtig loszurocken.
Insgesammt also ein tolles Album einer Band, die bis heute eifrig die Clubs und Jugendzentren unserer Republik bespielt.

Dimple Minds:
 
Ladde (Lars Löding): Gesang
Ole (Olaf Paskarbeit): Gitarre
Speedy (Thomas Schier): Gitarre
Mao (Marco Liebing): Bass / Background-Gesang
Michel (Michael Hirsch): Schlagzeug

Label: Steamhammer/SPV
Katalog-Nummer: SPV 084-76202

Geschrieben im Mai 2004

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