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Extrabreit: Frieden

EXTRABREIT: Frieden

Ganz ehrlich: Ein neues Studioalbum von Extrabreit war nun wirklich das letzte, was ich im Sommer 2005 erwartet hätte. Denn immerhin waren seit dem letzten Album „Amen“ satte sieben Jahre ins Land gezogen und die Band nur noch sporadisch live aufgetreten.
Und ganz ehrlich: Besonders hohe Erwartungen hatte ich an „Frieden“ auch nicht gerade, hatte mich doch „Amen“ damals ziehmlich enttäuscht. So war meine Grundhaltung durchaus skeptisch, als ich den neuen Silberling zum ersten Mal in den Player schob. Nachdem ich „Frieden“ dann aber gehört hatte, wurde mir schlagartig wieder klar, was ich an dieser Band immer so geliebt habe. Frieden ist, ohne Übertreibung, das beste Extrabreit-Album seit Ewigkeiten.
Ohne falschen Pathos, dafür aber wieder mit Rolf Möller am Schlagzeug, rocken Extrabreit durch ihr Programm. Dabei orientieren sie sich ganz bewusst nicht an modernen, musikalischen Strömungen, sondern setzten dort an, wo sie nach dem abebben der 'Neuen Deutschen Welle' aufgehört hatten. So kommt es sicher nicht von ungefähr, wenn Songs wie „Süchtig“ oder „Pschokiller“ immer wieder Parallelen zu Klassikern wie „Ich will hier raus“ oder „Kleptomanie“ erkennen lassen.
Die erste Single des Albums „Neues Spiel“ haut kräftig ins Mett und auch mit Abgehnummern wie „Ewig singt die Balalaika“ oder „Ahoi!“ kann die Kultband aus Hagen Pluspunkte sammeln. Und Stücke wie „Männer ohne Gleichen“ und das etwas an Die Toten Hosen erinnerde „Schönes Lied“ haben einfach Klasse.
Wie gewohnt haben sich Extrabreit auch diesmal wieder über einen deutschen Schlage hergemacht. Diesmal tarf es Barry Ryans „Zeit mach nur vor dem Teufel halt“ und Extrabreit ziehen sich gut dabei aus der Affaire.
Stücke wie „Nummer 17“ oder „Die Multis und der Staat“ sollte die Band dann aber bei aller Liebe doch lieber den kollegen von BAP oder den Toten Hosen überlassen. Klar rocken können sie - einen Preis für originelle Texte werden Extrabreit in diesem Leben jedoch nicht mehr gewinnen.
Dreizehn neue Songs haben Extrabreit für ihr neues Album Frieden eingespielt. Zieht man davon die beiden Totalusfälle „Dies & das & jenes“ und „All die goldenen Jungs“ ab, stehen unterm Strich noch elf hervorragende Rocksongs ohne Fehl und Tadel. Das sollte eigentlich als Kaufempfehlung reichen! Gerade wer Extrabreit in den letzten Jahren ein wenig aus den Augen verloren hat, sollte dem neuen Album der Band sein Ohr leihen.
Wir alle brauchen „Frieden“!

Extrabreit:
 
Kai Havaii: Gesang
Stefan Kleinkrieg: Gitarre
Bubi Hönig: Gitarre
Lars Larsson: Bass
Rolf Möller: Schlagzeug

Label: ulfTone / Edel
Katalog-Nummer: 0000103UT

Geschrieben im Mai 2005

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