Ferngully: Tunnel Visions

Ferngully: Tunnel Visions

Krefeld ist ein gutes Pflaster für melodischen Speedmetal. Das weiß spätestens seit dem ganz großen Durchbruch von Blind Guardian wirklich jeder. Mitte der 90er Jahre schickte sich mit Ferngully eine zweite Band aus der Region an, den Erfolg der großen Vorbilder zu wiederholen. 1995 veröffentlichte die Band ihr Album „Tunnel Visions“.
Die fünf jungen Musiker haben hier mit großem handwerklichen Geschick ein athmosphärisches Intro und sechs mitreißende Song aufgenommen, die sich vor den großen Namen der Szene wirklich nicht zu verstecken brauchten. Stücke wie das pfeilschnelle „There might be a Place“, das treibende „Living from the Past“ oder das packende „Dreams“ hätten Hits werden müssen und hätten auch auf einem Album wie Blind Guardians „Follow the Blind“ eine gute Figur gemacht. Dazu kommt noch die wirklich ausdrucksstarke Stimme von Sänger Oliver Hohendorff, der seine Klasse bereits auf dem hervorragenden Demo „The 3rd Prophecy“ seiner damaligen Band Pillow Killz eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte, welches unter der produktionstechnischen Obhut von Andre Olbricht und Hansi Kürsch entstand. Und auch das Schlagzeug auf Ferngullys „Tunnel Visions“ zeigt deutlich, wo die Einflüsse der Band zu suchen sind.
Aber keine Angst. Ferngully sind weit davon entfernt nur ein gesichtsloses Blind Guardian-Plagiat zu sein, denn dafür sind sie einfach zu gut. Trotzdem konnten sich Ferngully nie die Aufmerksamkeit erspielen, die ihnen gebührt hätte und so blieb „Tunnel Visions“ das einzige mir bekannte Album dieses einst hoffnungsvollen, deutschen Newcomers.

Ferngully:
 
Oliver Hohendorff: Gesang
Joachim Platz: Gitarre / Background-Gesang
Robert Balner: Gitarre / Background-Gesang
Peter Sadowski: Bass / Background-Gesang
Kalle Jansen: Schlagzeug

Label: Eigenproduktion

Geschrieben im Juni 2004

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