Hammer: The funky Headhunter

Hammer: The funky Headhunter

Anfang der 90er Jahre stand MC Hammer auf dem Höhepunkt seiner Karriere. In Amerika gab es MC Hammer-Puppen und sogar eine Zeichentrickserie mit MC Hammer als rappenden Superhelden. Sein Album „Too legit to quit“ und die Single „Can’t touch this“ verkauften sich in der ganzen Welt wie geschnitten Brot, der Rapper spielte kleinere Filmrollen und durfte sogar für den Addams-Family-Film den Titelsong beisteuern.
Als Stanley Kirk Burrell dann 1991 beschloss, seinen Künstlernamen von MC Hammer auf Hammer zu verkürzen, ging mit diesem Namenswechsel auch ein Imagewechsel einher. Stand MC Hammer bisher für jugendfreie Filme und hitparadentaugliche Musik folgte auf dem Album „The funky Headhunter“ 1994 die Wende um 180�. War MC Hammer bisher als der nette Rapper von nebenan bekannt, präsentierte sich Hammer nun als harter Ghetto-Rapper. Seine Musik wurde grooviger und funkier und auch Radiohits wie „Can’t touch this“ waren auf „The funky Headhunter“ nicht mehr auszumachen.
Stattdessen versucht sich Hammer mit Songs wie „Somethin’ for the O.G.’s“ und „Darktown“ einer Szene zugehörig zu erklären, der er schon lange nicht mehr angehörte. Allerdings beweist er aber gerade auch in Stücken wie dem wirklich tollen „The funky Headhunter“ oder dem groovigen „Break ’em off somethin’ Propa“, dass er ein Meister des Sprechgesangs ist und in dieser Disziplin die meisten seiner Kollegen locker in die Tasche steckt.
Songs wie das wunderschöne „Don’t fight the Feelin’“ oder das ruhige „Goldie in me“ hätten aber heute sicherlich gute Chancen im Radio gehabt, unabhängig davon was sich der Mann da für einen Unsinn zusammenreimt. Und auch ein Stücke wie „It’s all that“ geht gut ins Ohr und setzt sich im Gehörgang fest.
Trotzdem konnte „The funky Headhunter“ aber einfach kein Erfolg werden, denn Hammer mit freiem Oberkörper vor der Wellblechhütte, wie im Innencover zu bewundern, war dann doch etwas zuviel des Guten. Das nahmen ihm nun wirklich nicht mal die treuesten Fans ab. Und der Gangsta-Rapper, als der sich Hammer hier stilisiert, war er natürlich auch nicht. Und so setzt er sich erfogreich zwischen alle Stühle. Hammer hatte mit dem MC auch den Erfolg abgelegt. Was bleibt ist ein aus heutiger Sicht immer noch erstaunlich modernes Popalbum.

Label: BMG/RCA
Katalog-Nummer: 74321188622

Geschrieben im Mai 2004

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