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R.E.M.: Automatic for the People

R.E.M.: Automatic for the People

Magst Du eigentlich R.E.M.? Eigentlich eine einfache und präziese Frage, und doch fällt es so schwer, sie zu beantworten. Nun, fest steht jedenfalls, dass die Band aus dem Amerikanischen Georgia besonders in ihren Anfangstagen eine Menge hervorragender Songs geschrieben hat. „It’s the End of the World as we know it“ oder „Radio Free Europe“ sind wirklich tolle Songs und mögen hier nur exemplarisch für das Frühwerk von R.E.M. genannt sein. Aber auch sperriges wie „What’s the Frequency, Kenneth?“ hat durchaus seinen Reiz.
Fest steht aber auch, dass R.E.M. für eine ganze Reihe von Songs verantwortlich sind, die zwar durch massiven Radioeinsatz zu Hits wurden, musikalisch aber bestenfalls Mittlmaß sind. Bei einem Langweiler wie dem verschnarchten „Leaving New York“ beispielsweise schlafen mir regelmäßig die Füße ein. Und auch Hits wie „All the Way to Reno“ oder „Imitation of Life“ sind nur Durchschnittsware. Die Wahrheit liegt also wie fast immer irgendwo in der Mitte.
Das beste Album der Band um den charismatischen Sänger Michael Stipe ist aber mit Sicherheit „Automatic for the People“.
R.E.M. waren auch in den 80er Jahren schon eine geachtete Liveband und auch ihre Alben sorgten regelmägiß für Aufmerksamkeit. Der große Durchbruch gelang der Band dann aber erst 1991 mit dem Album „Out of Time“ und vor allem mit den beiden Singles „Losing my Religion“ und „Shiny Happy People“. Radio und Fernsehen öffneten sich für die Band und machte R.E.M. für eine breite Masse interessant, die gerne bereit war, „Out of Time“ zu einem Kassenschlager zu machen.
Während die R.E.M.-Euphoriewelle 1992 dann einem neuen Höhepunkt zusteuerte, erschien „Automatic for the People“. Das Album stand dem kommerziellen Erfolg des Vorgängers in nichts nach - musikalisch hatten die beiden Alben aber wenig gemeinsam. Anders als auf „Out of Time“ haben R.E.M. auf „Automatic for the People“ ganz bewusst auf einen Nachfolger für „Shiny Happy People“ verzichtet. Die erste Single Single „Drive“ hatte dann zwar Erfolg, aber mit Popmusik im ursprünglichen Sinne nur sehr wenig zu tun.
Natürlich gibt es aber auf „Automatic for the People“ nicht nur Kopflastiges, sondern auch eine Menge Eingängiges zu hören. Songs wie das träumerische „Nightswimming“, das mit Streichern angereicherte „Eveybody Hurts“ oder das poppige „Man on the Moon“ gehören mittlerweile zu den bandeigenen Klassikern. Und auch „The Sidewinder sleeps tonight“ oder das eindringliche „Try not to breathe“ wissen zu überzeugen.
Mit „Automatic for the People“ ist R.E.M. ein weitgehend kitschfreies Popalbum gelungen, dass bis heute hörenswert geblieben ist. Die Songs gehen vielleicht nicht so schnell ins Ohr wie zu „Out of Time“-Zeiten. Dafür bleiben sie aber auch länger frisch und garantieren ein lang anhaltendendes Hörvergnügen!

R.E.M.:
 
Michael Stipe : Gesang
Peter Buck: Gitarre
Mike Mills: Bass
Bill Berry: Schlagzeug

Label: Warner Bros. Records
Katalog-Nummer: 9362-45055-2

Geschrieben im Februar 2005

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