Robin Gibb: Magnet

Robin Gibb: Magnet

Die Bee Gees haben in ihrer langen Karriere etwas geschafft, von dem viele ihrer Kollegen nur träumen können: Egal, welches musikalische Feld die Gruppe beackerte und egal, welcher Zeitgeist durch die Lande wehte; die Musik der Gebrüder Gibb war immer unverkennbar. Das lag zum einen an der hohen Qualität der Bee Gees-Songs, zum anderen aber auch an den extremen Stimmlagen der drei Brüder. Und so war es selbstverständlich nicht leicht für die Drei, sich neben der Band noch als Solokünstler zu etablieren.
Gelungen ist die am besten Robin Gibb, der es auf seinen viel zu seltenen Soloausflügen immer gut verstanden hat, sich musikalisch ein wenig von den Bee Gees abzusetzen. So konnte er in den 80er Jahren nicht nur mit seinem Album „How old are You?“ und den dazugehörigen Singles „Juliet“ und „Another lonely Night in New York“, sondern auch mit dem poppigen „Secret Agent“ und dem Hit „Boys do fall in Love“ ohne seine Brüder Erfolge feiern.
Anfang 2003 veröffentlichte der damals 53jährige Musiker Robin Gibb dann sein Soloalbum „Magnet“. Siebzehn Jahre waren seit seinem letzten Soloalbum „Walls have Eyes“ ins Land gezogen und der umtriebige Musiker versucht, seinem Katalog noch ein paar hochwertige Stücke hinzuzufügen. Dieses Mal geht die Reise in Richtung Soul und der alte Bee Gees-Sound bleibt für eine Weile in der Mottenkiste.
Natürlich muss sich Robin Gibb mit Magnet an den Werken jüngerer Soulsänger wie beispielsweise R. Kelly oder Babyface messen lassen. Er hat aber mit Songs wie dem halbakustischen „Please“ oder dem wunderschönen „Wish you were here“ eine große Anzahl Stücke an Bord, die die Befürchtung, Robin Gibb könnte gegen die amerikanische Konkurrenz den Kürzeren ziehen, im Keim erstickt. „Inseparable“ klingt modern und tanzbar, „Earth Angel“ ist eine Popballade zum dahinschmelzen. Zum Abschluss des Albums greift Robin Gibb dann doch noch auf altbewährtes zurück: Es gibt eine (verzichtbare) Version seines Gassenhauers „Another lonely Night in New York“ und eine wirklich hörenswerte Aufnahme des Nazareth-Evergreens „Love hurts“ zu hören.
Robin Gibb hat mit „Magnet“ wieder einmal bewiesen, dass er der kreativste Kopf der Bruderschaft Gibb war. Hoffentlich lässt er seine zahlreichen Fans auf sein nächstes Album nicht wieder so lange warten.

Label: SPV
Katalog-Nummer: SPV 085-71472 CD

Geschrieben im November 2004

 A | B | C | D   E | F | G | H   I | J | K | L   M | N | O | P   Q | R | S | T   U | V | W | X   Y | Z 
< Robin Gibb: How Old are You | Seitenanfang | Index | Roger Glover: Snapshot >

^