Steinwolke: Bitte nicht knicken!

Steinwolke: Bitte nicht knicken!

Die Band Steinwolke aus dem Großraum Hannover veröffentlichte zwar seit Ende der 70er Jahre kontinuierlich interessante Alben und hat auch immer die Clubs der Republik beackert. Trotzdem gehörten sie nie zu den ganz Großen der deutschen Rockszene und musizierten trotz aller Qualitäten doch eher in der zweiten Liga.
Der Erfolg kam über Nacht. Im Sog der 'Neuen Deutschen Welle' hatten Steinwolke mit ihrer Single „Katharine“ 1984 plötzlich einen verdammt starken Titel in den Verkaufshitparaden und die Band um Sänger Konrad Haas, zu der damals noch seine beiden Brüder Andreas und Clemens gehörten, trat regelmäßig im deutschen Fernsehen auf. Und auch die Singles „Zugvögel“ und „Wenn Du willst„ wurden im Sog des Erfolges von „Katharine“ zu Hits. Doch der Erfolg ist nicht von Dauer. 1985 bringen Steinwolke mit „In wilder Zeit“ noch ein mäßig inspiriertes Album auf den Markt. Danach geht die Band drei Jahre lang getrennter Wege.
1988 steht dann plötzlich mit „Bitte nicht knicken!“ fast unbemerkt ein neues Steinwolke-Album in den Plattenregalen. Konrad Haas ist mittlerweile der einzige von früher drei Haas-Geschwistern geblieben und die Band hat mit Gustl Lütjens einen neuen Gitarristen und mit Jens Bernewitz einen neuen Bassisten in ihren Reihen.
Musikalisch hatte sich die Band sinnvoll weiterentwickelt. Alter Ballast aus längst vergangenen 'NDW'-Zeiten wurde über Bord geworfen und der Steinwolke-Sound einer Frischzellenkur unterzogen. Einfach gute Popsongs mit hörbaren und unpeinlichen deutschen Texten sollte das Konzept sein. Und bei „Bitte nicht knicken!“ ist dieses Konzept voll und ganz aufgegangen. Gleich mit dem ersten Song des Albums, ihrer Single „Teufel“ geben Steinwolke eine Kostprobe von dem, was Konrad Haas als 'virtuose Schnittpunktmusik' bezeichnet. Eine gute Melodie, ein packender Refrain und eine Band deren musikalisches Können außer Frage steht. Und genau so geht es dann auch weiter. Egal ob Steinwolke wie bei „Das bist alles Du“ locker, flockig losrocken oder wie bei „Du tust mir so gut“ eher ruhigere Töne anschlagen treffen sie doch stets den richtigen Ton.
Leider konnte Steinwolke mit „Bitte nicht knicken!“ nicht den Erfolg feiern, der dem Album angemessen gewesen wäre. Die meisten Hörer hatten Steinwolke nach ihrem großen Erolg mit „Katharine“ wieder aus der Augen verloren und so wurde „Bitte nicht knicken!“ kaum wahrgenommen. Auch die damalige Tour fand so gut wie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. So traten Steinwolke 1988 im 'Roschinskys' in Hamburg-Hausbruch vor geschätzt 6 Zuschauern auf! Trotzdem hat die Band damals volle zwei Stunden das Haus gerockt! Hut ab!
Doch dass Steinwolke am Ende waren, war unübersehbar. Bitte nicht knicken! sollte das letzte Steinwolke-Album werden. Nach der Tour löste sich die Band dann auf und Steinwolke sind Geschichte.
An die früheren Erolge von Steinwolke kann keiner der Musiker je wieder anknüpfen. Clemens Haas trat noch als Gitarrist von Ulrich Tukur und Rio Reiser in Erscheinung und hat mittlerweile eine neue Band namens Cle am Start.

Steinwolke:
 
Konrad Haas: Gesang / Flöte
Gustl Lütjens: Gitarre / Gesang
Jens Bernewitz: Bass
Uli Schmid: Keyboards / Gesang
Dominic Diaz: Schlagzeug / Percussion

Label: Edition Flemu / Marie-Marie Musikverlag

Geschrieben im Januar 2005

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