Unrest: Bloody Voodoo Night

UNREST: Bloody Voodoo Night

Unrest fühlen sich dem Heavy Metal deutscher Prägung verpflichtet und stehen in der Tradition solcher Kapellen wie Running Wild, Grave Digger oder Accept. Besonders der Vergleich mit der erfolgreichen Band aus Solingen schießt dem Hörer imer wieder durch den Kopf. Das liegt zum einen an der Reibeisenstimme von Unrest-Sänger Sönke Lau, die dem Original von Udo Dirkschneider doch sehr nahe kommt, zum anderen am teutonentypischen Stampfrhythmus den die Band immer wieder auffährt. Und auch, wie man einen hymnenhaften Refrain schreibt und ihn geschickt platziert, haben die Musiker von Unrest von ihren berühmten Kollegen abgeschaut.
Also alles im Lot auf dem Unrest-Album „Bloody Voodoo Night“ das die Band im Jahr 2000 veröffentlichte. Und so wird auf „Bloody Voodoo Night“ auch nicht großartig nach links oder rechts geguckt, sondern druckvoll losgerockt. Songs wie das sehr Accept-lastige „Runaway“ oder die schnelle Losgehnummer „Run through the Night“ müssten eigentlich jedem, der mit gutem alten 80er Heavyrock deutscher Prägung etwas anfangen knnn, die Freudentränen ins Gesicht treiben. „Pain“ hätte auch auf U.D.O.s „Faceless World“ eine gute Figur abgegeben und auch ein Stück wie das grandiose „Party Tonight“ garantiert für gute Stimmung und zeigt einmal mehr Unrests Vorliebe für die Musik Udo Dirkschneiders. Und da Unrest von Balladen anscheinend nicht viel halten, gibt es auf „Bloody Voodoo Night“ vom ersten bis zum letzten Ton voll auf die Zwölf! So muss es sein!
Was Unrest aber wahrscheinlich bis zum Ende ihrer Karriere vom Erfolg ausschließen wird, sind die sprachlich nicht immer geglückten Texte der Band. So etwas wie "Is it just a Fantasy? - Rock’n’Roll from Germany" wie es die Band in „Searching for a Melody“ vorträgt geht nun mal überhaupt nicht. Da hätten Unrest anstatt nach einer Melodie mal lieber nach einem Text suchen sollen, denn die Melodie ist prima und bleibt auch gut im Ohr hängen. Und auch „Party Tonight“ steht auf keinem hohen sprachlichen Niveau. Aber sei es drum. Unrest bieten auf „Bloody Voodo Night“ gutklassigen Hardrock. Die Band hat jede Menge Ohrwürmer mit an Bord und das Album macht einfach Spaß.

Unrest:
 
Stefan Schmidt: Gitarre
Sönke Lau: Gesang
Jörg Rainer Friede: Bass
Claus Wiechert: Gitarre
Bastian Emig: Schlagzeug

Label: Black Arrow / Point Music
Katalog-Nummer: PM 20552

Geschrieben im Juni 2004

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