William Shatner: Has been

William Shatner: Has been

Satte 36 Jahre ist es jetzt her, das William Shatner zum letzten Mal ein Album besungen hat. Es war im Jahre 1968 als Decca Records sein Werk „The Transformed Man“ auf den Markt brachte. In der Folgezeit lernte ihn die Welt als draufgängerischen Raumschiffkapitän Captain Kirk, später auch als biederen, pflichtbewussten Polizisten T.J. Hooker kennen. Und das war gut so, schließlich gab Shatner auf der Brücke des Raumschiff Enterprise stets eine bessere Figur ab, als im Plattenstudio.
Und so beschlichen mich anfangs doch arge Zweifel, ob die Welt 2004 wirklich ein neues Shatner-Album benötigt. Nun, Shatner hat es doch noch einmal gewagt, sich in die unendlichen Weiten der Musik zu wagen und legt heuer das Album „Has been“ vor. Und um es gleich vorweg zu nehmen, „Has been“ ist um Längen besser geworden, als es böse Zungen vielleicht vermuten lassen würden.
Für „Has been“ hat sich Shatner der Hilfe von Ben Folds bedient. Und der hat sich nicht lumpen lassen und mit Adrian Belew, Aimee Mann oder Henry Rollins gleich noch eine Menge großartiger Musiker hinzu gezogen, um dem mittlerweile dreiundsiebzigjährigen Shatner elf schöne Songs auf den mittlerweile doch recht fülligen Leib zu schneidern. So kann man das was William Shatner hier abgeliefert hat auch weniger als Gesang bezeichnen, sondern eher als sonores rezitieren. Und dabei gibt der Schauspieler Shatner erwartungsgemäß eine mehr als passable Figur ab.
Egal ob es sich wie bei „Common People“ um einen Pulp-Song oder beim Titelstück „Has been“ um einen reinrassigen Western-Song handelt, nie beschleicht den Hörer das eigenartige Gefühl, hier werde der Ruf einer Legende vollends ruiniert. Denn egal wie unterschiedlich die Stücke auf „Has been“ für sich gesehen auch sein mögen, als Gesamtwerk wirken sie geschlossen und homogen. Wenn bei „Common People“ plötzlich Joe Jackson den Refrain übernimmt oder bei „Real“ auf einmal Brad Paisley in Shatners Sprechgesang einstimmt bekommen die Songs des Albums sogar eine leicht kommerzielle Note.
Fazit: William Shatner ist mit „Has been“ ein versöhnliches Alterswerk gelungen mit dem der Nicht-Sänger Shatner seinen musikalischen Frieden gefunden hat.

Label: Shout!Factory / Sony
Katalog-Nummer: 518535 2

Geschrieben im Oktober 2004

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