X-Wild: Savageland

X-WILD: Savageland

Wer der Meinung ist, Musik müsse innovativ sein, Musiker seien ständig auf der Suche nach musikalischer Weiterentwicklung und Stillstand bedeute Rückschritt, der braucht ab hier nicht mehr weiter zu lesen. Denn X-Wild sind weder progressiv noch sind sie um musikalischen Fortschritt bemüht. Sie haben noch nicht einmal einen originellen Namen.
Das Quartett X-Wild gründete sich 1992 aus ehemaligen Running Wild-Musikern. Rock’n’Rolf hatte seine Mannschaft wieder einmal komplett ausgetauscht und Axel Morgan, Jens Becker und Stefan Schwarzmann in die Wüste geschickt. Diese waren jedoch gar nicht faul, fanden in dem Engländer Frank Knight schnell einen guten Sänger, und flugs wurde das erste X-Wild-Album „So What!“ auf die Hörerschaft losgelassen.
X-Wild polarisierten vom ersten Augenblick an. Wurde einerseits der gut abgehangene Heavy Metal der Truppe gelobt, wurden anderseits Vorwürfe laut, niemand brauche eine so eindeutige Running Wild-Kopie wie diese Band. Als Mitte der 90er Jahre die Rufe nach einer Accept-Reunion immer lauter wurden verlies Stefan Schwarzmann X-Wild um sich erneut der Band um Udo Dirkschneider anzuschließen. Für ihn trat Frank Ullrich dem Kollektiv bei und X-Wild kündigten an, ihren Sound zu modifizieren.
Davon ist 1992 auf „Savageland“ gottlob wenig zu hören. Auch auf ihrem dritten Album segeln X-Wild weiter im Fahrwasser ihrer berühmten Fast-Namensvetter aus Hamburg ohne sich im geringsten von ihrer eingeschlagenen Linie zu entfernen. Dabei scheren sie sich keinen Deut um Eigenständigkeit oder einer wie auch immer gearteten Abgrenzung zu Running Wild. Und das machen sie gut. Stücke wie das treibende „Murder in thy Name“, „Field of Blackbirds“ oder das tolle „Children of the Underground“ hätten auch Rock’n’Rolfs Fregatte alle Ehre gemacht. Ein klischeehaftes Plattencover rundet die Veröffentlichung ab, an der kein Freund härterer Klänge so achtlos vorbeigehen sollte.
Leider blieb „Savageland“ das letzte Album dieser sympathischen Nachwuchspiraten.

X-Wild:
 
Frank Knight: Gesang
Axel Morgan: Gitarre
Jens Becker: Bass
Frank Ullrich: Schlagzeug

Label: edel
Katalog-Nummer: 86582

Geschrieben im November 2004

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