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ZZ Top: Antenna

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Die Texaner von ZZ Top gehören zu den beständigsten amerikanischen Rockbands. Bereits Anfang der 70er Jahre konnten ZZ Top mit ihrem blusegetränkten Rednecksound vor allem in ihrer Heimat großer Erfolge einfahren und vor vielen Tausend Zuschauern bestehen. Bereits ihre frühen Alben Rio Grande Mud und Tres Hombres erhalten nicht nur gute Kritiken, Tres Hombres enthält mit La Grange auch einen der ersten Hits der Band.
Als in den 80er Jahren dann das Musikfernsehen etabliert wurde und Bands und Musiker über Videoclip und MTV plötzlich weltweit in den Wohnzimmern der Konsumenten auftauchten, witterten auch ZZ Top ihre große Chance. Zwar waren Versuche, den traditionellen ZZ Top-Sound zu modernisieren mit Alben wie „Deguello“ oder „El Loco“ nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Trotzdem starteten ZZ Top ab 1983 raketenmäßig durch und konnten sich mit ihren Alben Eliminator, Afterburner und Recycler weltweit eine riesige Fangemeinde erspielen.
ZZ Top waren damals in Deutschland auch live präsent und wer in den 80er Jahren nicht völlig auf seinen Ohren gesessen hat, kann Hits wie „Gimme all your lovin“, „Sharp dressed Man“, „Sleeping Bag“ oder „Legs“ wenn schon nicht mitsingen, dann doch zumindest mitpfeiffen können.
Das irgendwann aber die große Party vorbei sein würde, wussten auch ZZ Top. Anfang der 90er Jahre verordnete sich die band eine Denkpause um 1994 mit dem bärenstarken Album „Antenna“ noch einmal richtig durchzustarten.
Allerdings anders, als sich viele ZZ Top-Fans gewünscht hätten. Denn mit „Antenna“ gehen ZZ Top ganz weit zurück zu ihren Wurzeln. ZZ Top entdecken den Blus neu. Bereits das erste Stück „Pincushion“ gibt die Richtung vor. ZZ Top haben allen überflüssigen Schnickschnack weitgehend über Bord geworfen und konzentrieren sich wieder auf das Wesentliche. Und so bluest sich das Trio stilsicher durch zwölf Songs.
Aber keine Angst, denn ZZ Top verlassen ihr angestammtes Terrain nicht wirklich. Ihre Songs sind den großen Hits der Band gar nicht unähnlich. Nur klingen sie jetzt rauher und ursprünglicher. So betrachtet weist ein Song wie das eindringliche „Breakaway“ starke Parallelen zu einem Chartbreaker wie „Rough Boy“ auf.
„Fuzzbox Voodoo“ versetzt den Höhrer mitten in die Texanische Wüste, „Antenna Head“ beschwört die gute, alte Zeit des Dampfradios, „Girl in a T-Shirt“ macht einfach nur Spaß und ist wahrscheinlich auch so gemeint. „Cover your Rig“ ist eine wahre Dampfwalze, „Cherry Red“ ein Song, der auch gut auf „Eliminator“ gepasst hätte.
ZZ Top haben den Schritt zu ihren Wurzeln mit „Antenna“ glaubwürdig vollzogen. Zwar basiert ihre Musik nach wie vor auf elektronischen Instrumenten. So ehrlich und erdverbunden wie auf „Antenna“ hatten die drei bärtigen Patrioten aber schon lange nicht mehr gehört. Der eingeschlagene Weg erwies sich für die Band als goldrichtig. ZZ Top haben den Spagat zwischen Kunst und Kommerz erfolgreich gemeistert und zählen noch heute zu den beliebtesten Gruppen überhaupt.

ZZ Top:
 
Billy F. Gibbons: Gitarre / Gesang / Harmonica
Dusty Hill: Bass / Gesang
Frank Beard: Schlagzeug / Percussion

Label: RCA / BMG
Katalog-Nummer: 74321182602

Geschrieben im Oktober 2005

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